
Mein Name ist Björn Richie Lob, ich komme aus Köln, lebe in München und surfe seit zwölf Jahren am Eisbach, habe aber im Meer angefangen. Zum Filmemachen bin ich vor circa zwölf Jahren auch über meinen guten Freund Hendrik Hölzemann gekommen, der damals an der Filmakademie Ludwigsburg studierte. Ich hab ihm bei seinen ersten Kurzfilmprojekten geholfen und selber Blut geleckt. Dann habe ich erst mal sehr viel als Beleuchter und Set-Runner gearbeitet und eigentlich in jedem Department, das es beim Film gibt, mal ein Praktikum gemacht oder als Assistent gearbeitet.
Parallel dazu hab ich mich wegen meiner Leidenschaft für das Surfen auf Surfkamera im Wasser spezialisiert, weil es das in Deutschland ja nicht so oft gibt und ich dadurch mein Hobby mit dem Beruf verbinden konnte. Jedes Jahr hab ich dann ein paar Surfvideos gedreht, geschnitten etc., also komplett selbst produziert. Man konnte damit nicht viel verdienen, aber es war immerhin in der Sonne und im Wasser. Ausserdem hab ich einige Making-ofs gemacht, unter anderem zu den Kinospielfilmen „Nichts bereuen“ und „Kammerflimmern“. Dabei habe ich sehr viel gelernt. Bei „Nichts bereuen“ gibt es eine Urlaubssequenz, in der die Jungs in Portugal surfen. Da habe ich den Schauspielern Daniel Brühl und Dennis Moschitto Surfunterricht gegeben. Das war sehr lustig, weil die natürlich ganz schön Respekt vor den Wellen hatten und viel Wasser schlucken mussten. Sie haben es aber mit Humor genommen, ständig den Surfer-Slang parodiert und permanent die Obersurfer raushängen lassen, obwohl sie ja von Tuten und Blasen keine Ahnung hatten. Sogar den Neoprenanzug hatten sie mal falsch herum an. Ich hatte Glück, dass ich auch bei richtigen Spielfilmen immer wieder Beruf und Hobby miteinander verbinden konnte.


So richtig als Regisseur würde ich mich erst jetzt bezeichnen. Davor hab ich zwar schon oft bei Kurzfilmprojekten, Musikvideos, Surf-Videos und Kurz-Dokus Regie geführt, mein Geld aber mehr als EB-Kameramann und Beleuchter verdient beziehungsweise immer wieder nebenher als Möbelpacker oder Barmann arbeiten müssen. Ich glaube, dass man sich für nichts zu schade sein darf. Da ich „Keep Surfing“ auch zusammen mit Tobias N. Siebert produziert habe, bin ich jetzt Regisseur und Produzent – und mächtig stolz darauf.
Erzähl mal kurz die Geschichte zu „Keep Surfing“. Du begleitest sechs Fluss-Surfer, richtig?
Wir haben uns sechs Hauptfiguren ausgesucht, über die man eine ganze Menge erfährt, also auch, was sie sonst so im Leben machen. Man lernt zum Beispiel ihre Familien kennen oder erfährt, dass sie in ihrer Vergangenheit kriminell waren. Was sie alle verbindet, ist ihre Leidenschaft fürs Surfen und im Speziellen für das Surfen im Fluss. Ein wichtiger Teil meiner Grundidee war es, einen richtigen Dokumentarfilm über das Surfen und die Lebensphilosophie dahinter zu machen und nicht nur schöne Bilder aneinander zu reihen und mit Musik zu unterlegen.

















